"Ich habe Angst."
"Wovor?" fragte sie ihn.
"Vor allem, jedem, immer und überall."
Sie lächelte sanft: "Also vor dir selbst."
"Das verstehe ich nicht", er schüttelte den Kopf.
"Eines Tages wirst du es verstehen."
Zum Abschied küsste sie ihn auf die Wange.
Viele Jahre später sollten sie sich wiedersehen.
Endlich.
Jugendsünde
Sie war jung und brauchte das Geld.
Jahre später kostete sie das die Karriere und beinahe auch ihr Leben. Nur wenige echte Freunde blieben.
Dann: Das Comeback!
Souverän, als sei nichts gewesen, stand sie wieder in der Öffentlichkeit. Doch wer genau hinschaute konnte erkennen, ihr Lächeln war irgendwie anders geworden.
Die Leiche
Inspektor Ruhdorf fragte sich, wie der Mörder in die Wohnung gekommen war. Und wo blieben eigentlich seine Kollegen? Er hasste es alleine mit einer Leiche im selben Zimmer zu sein. Ein seltsame Kälte überkam ihn, als er realisierte, dass er es selber war, den er dort am Boden liegen sah.

Eine Mini-Saga ist eine Kurzgeschichte mit Anfang, Mitte und Ende. Der Text einer Mini-Saga muss exakt 50 Worte umfassen, nicht mehr, nicht weniger. Die Überschrift zählt extra und darf ein bis 15 Wörte umfassen. Ein kleiner Spielraum entsteht bei Wortzusammensetzungen mit Bindestrich, die einfach oder doppelt gezählt werden dürfen. Ob Prosa oder Lyrik verwendet wird ist egal.
Erfunden wurde diese Literaturgattung im Jahre 1982 von Brian Aldiss, einem Science-Fiction- und Romanautor.
Weitere Informationen, sowie eine Sammlung mit 120 englischsprachigen Mini-Sagas findet man im Reclam-Buch: >>Mini-Sagas. An Anthology of Fifty-Word Short Stories<<
Ich lernte die Mini-Sagas erstmals vor ein paar Jahren kennen, als ich nach Lesefutter für meinen PDA suchte. Damals fand ich eine Sammlung mit 50 Mini-Sagas. (Links: als eBook, als .pdf)
Im Zusammenhang mit Weblogs erinnerte ich mich wieder an die Mini-Saga. Die kurzen Texte bieten sich gut als Literaturform für Blogs, PDAs, Mobiltelefone und so weiter an.
Let's try...
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Vergiss mein Nicht |