Gedanken

Verantwortung

Sobald ich eine Verantwortung übernehme, kann ich diese nicht ohne weiteres so einfach wieder abgeben.

Andere zählen ja dann auf mich und darauf, daß ich meinen Job mache. Aber wenn ich damit plötzlich aufhöre entsteht eine Lücke. Von wem oder was wird diese dann geschlossen bzw. aufgefüllt, und das vielleicht nicht "nur" unzureichend sondern sogar schadbringend!?

oberflächlich betrachtet...

Jemand, der eine Person oder eine Sache als oberflächlich bezeichnet, hat sich wohl nicht die Mühe gemacht zu schauen, was es unter der Oberfläche noch zu entdecken gibt.

Einmal ist keinmal oder Mein digitales Leben

Ein Sprichwort aus dem Volksmund geht so: "Einmal ist keinmal."
Konsequent fortgesetzt würde dies bedeuten:

Einmal = keinmal.

Zweimal ist einmal mehr als einmal.
Ich substituiere: Zweimal ist [keinmal] mehr als [keinmal].
Somit ergibt sich: Zweimal = keinmal.

Dreimal ist einmal mehr als zweimal.
Dreimal = [keinmal] mehr als zweimal.
Da zweimal = keinmal ergibt sich: Dreimal = keinmal.

usw......

Ok. Jeder weiß, wie das Sprichwort tatsächlich gemeint ist: Ich mache zum Beispiel eine Diät und darf kein Eis essen, irgendwann werde ich jedoch schwach und genehmige mir doch ein Vanilleeis. Es wird, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht ins Gewicht fallen. Einmal ist keinmal, wie man halt so sagt.

Grundsätzlich aber ist dieses Sprichwort nicht richtig. Für jede Tätigkeit besteht ein absoluter Unterschied, ob ich sie getan habe, und sei es auch nur ein einziges Mal in meinem Leben, oder ob ich sie nie getan bzw. unterlassen habe. Da gibt es nur Ja oder Nein. Keine Grauzonen, entweder, oder.

Etwas getan oder nicht getan zu haben bedeutet jeweils einen ganz besonderen Erfahrungsschatz für sich, der nicht mehr auszulöschen ist. (Ich kann Dinge auch halb tun, aber dann habe ich die halbe Tat "ganz" getan; hier lässt sich differenzieren).

Da bekommt das Leben einen digitalen Touch: 1 oder 0.

Vom bergauf wandern

Die Geschichte von Till Eulenspiegels Wanderschaft über die Berge (Version 1) (Version 2), ist für mich eine Metapher darüber, dass einem eine Aufgabe, auch wenn sie schwierig und mit Entbehrung verbunden ist, immer auch Erfüllung bringt.

Beim angestrengten gehen einen steilen Berg hinauf empfindet Till Eulenspiegel erst rechte Freude. Das hinabgehen ist ihm zu langweilig, schon wünscht er sich den nächsten Anstieg.

Ich glaube, dass es im Grunde allen Menschen so ergeht. Wir wollen etwas leisten/schaffen.

Die als von außen aufgebürdet empfundene Arbeit ist einem dennoch zuwider. Die in freier Entscheidung selber übernommene Arbeit spornt zu Höchstleistungen an. Diese wird gar nicht als Belastung empfunden. Man tut, was man tun muss weil man es tun will. Siehe all die Arbeit und Anstrengung welche die Menschen in ihre Hobbies stecken.

Wer wird denn gleich beleidigt sein ?!

Vor kurzem habe ich mit Freunden über das „beleidigt sein“ gesprochen (ein klein wenig erweitert könnte man auch den Begriff „verletzt sein“ dazunehmen, auch wenn es nicht ganz das gleiche ist). Ein interessantes Thema zu dem ich mir schon vorher einige Gedanken gemacht habe. Mein grundsätzliches Interesse galt immer der Frage, was die Ursachen und Gründe sind, die dazu führen, dass ich oder jemand anders beleidigt reagieren.

Beleidigungen treten im Umgang zwischen Menschen auf. Der Inhalt oder die Übermittlungsform einer Meinung, Behauptung, Aussage, Kritik oder auch Handlung eines anderen Menschen, welche mich direkt oder indirekt betreffen, können zu einer beleidigten Gefühlslage meinerseits führen.
Nun fragte ich mich immer „Wieso ist das so?“, weil...

... ist die Meinung/Aussage des anderen richtig und entspricht der Wahrheit, so habe ich eigentlich keinen Grund beleidigt zu sein (ich werde „nur“ mit der Wahrheit konfrontiert) und

... ist die Meinung/Aussage des anderen falsch, entspricht also nicht der Wahrheit, so habe ich erst recht wieder keinen Grund beleidigt zu sein da doch „nur“ ein Irrtum vorliegt (welchen man gleichwohl in aller Sachlichkeit klarstellen und somit beseitigen kann).

So weit so gut. (oder ist das nur meine eigene naive Logik?)

Nun kommt man aber nicht umhin zu beobachten, dass viele Menschen oftmals weniger über den Inhalt einer Meinung/Aussage beleidigt sind, sondern mehr darüber wie dieser Inhalt vorgetragen worden ist!

Das hätte man aber auch anders oder netter formulieren können, sagen sie dann.

Dabei wird vergessen, dass unterm Strich das gleiche Endergebnis steht. Egal ob ich dir meine Kritik offen und unverblümt ins Gesicht sage, oder es auf „nette Art und Weise“ in rhetorische Ausschmückungen einpacke, an der Grundaussage ändert sich nichts.
Dessen eingedenkt verlieren harsch wirkende, weil direkte, Formulierungen gleich sehr viel von ihrer beleidigenden Art.

Hat also jemand nicht die Absicht mich zu beleidigen, so gibt es weder inhaltliche noch formale Gründe, die mich beleidigen können sollten.
Die Kunst liegt darin, mit etwas gutem Willen die obigen Überlegungen in die anfangs natürlicherweise (man könnte sagen: reflektorisch) auftretenden beleidigten und ärgerlichen Gefühlswallungen, denen sich wohl kaum jemand entziehen kann, einfliessen zu lassen.

Ok, und von der anderen Seite her betrachtet entsteht dann die Frage: Wie viel Rücksicht muss/soll ich nun auf die Befindlichkeiten meiner Mitmenschen nehmen? Nur weil andere sich auf den Schlips getreten fühlen (könnten), soll ich jedes Wort auf die Waagschale legen müssen?

Eine schwierige Angelegenheit, die sehr stark von der jeweiligen Situation abhängig ist - mehr fällt mir dazu jetzt auch nicht ein.

 

  • Bei Rudolf Steiner habe ich eine Textstelle gefunden, die ich hier zitieren möchte: Zum Beispiel es fügt uns jemand eine Beleidigung zu. Vor unserer Geheimerziehung wenden wir unser Gefühl gegen den Beleidiger. Ärger wallt in unserem Inneren auf. In dem Geheimschü1er aber steigt sofort bei einer solchen Gelegenheit der Gedanke auf: «Eine solche Beleidigung ändert nichts an meinem Werte»; und er tut dann, was gegen die Beleidigung zu unternehmen ist, mit Ruhe und Gelassenheit, nicht aus dem Ärger heraus. [Rudolf Steiner – Erkenntnisse der höheren Welten, GA 10]

Das sogenannte Chaos

Aus dem sogenannten Chaos kommen wir und und gehen hin zu "Recht und Ordnung", fein säuberlich in Form von scharf formulierten Gesetzestexten, Regeln und Zensuren.

Ziemlich verdutzt muss ich heute dreingeschaut haben als mein Paps eine Geschichte mit den Worten begann: "Als ich meinen ersten schweren Autounfall hatte, damals gab es noch keine Geschwindigkeitsbegrenzungen, ..."

Keine Tempolimits? Kann man sich sowas (ähnliches) heutzutage wirklich noch als funktionierendes Modell vorstellen?

I want to be naked running through the streets
I want to invite this so-called chaos that you think I dare not be
I want to be weightless flying through the air
I want to drop all these limitations but the shoes upon my feet

All won't be lost if I'm governed by my own innate-ness
The stoplights won't work, I'll get home sound and safe regardless
won't be mayhem if I'm ruled by my own rule-lessness
my fire won't quell and I'll be harm-free and distress-less (trust me)

[So-Called Chaos, Alanis Morissette]

Der richtige Zeitpunkt

Die Harten und die Zarten

Der richtige Zeitpunkt - gibt es den überhaupt?

Hoffnung ist...

... Ausgangspunkt "verrückter" Tätigkeiten

... Antriebsbasis zukunftorientierten Handelns

... Grundlage immerwährender Stagnation

...

Über das Warten

Täglich bin ich in Situationen in denen ich nichts anderes tun kann als zu warten. Eigentlich sehr praktisch so zur Untätigkeit „verdammt“ zu sein, von jeglichem „Müssen“ befreit. Wie ein Urlaub für wenige Sekunden oder Minuten, kurze Augenblicke, die nur für sich bestehen, und für mich. Im Lift, an der Tankstelle, im Wartezimmer, vor der Kinokasse, im Internet...

Ich plane, denke, philosophiere, träume, beobachte, schlafe, meditiere...
Die kleinen Pausen sind ganz schön was wert, oder?

Alles ich.

Meine Sonnenbrille: cool,
meine Dessous: sexy,
mein iPod: modern,
mein Kleidung: lässig,
meine Frisur: individuell,
mein Handy: iPhone,
mein Make-Up: schön,
Alles ich.

Die Identifikation mit den Dingen, die mich umgeben, ist groß. Ich suche und finde darin Halt. Die Verbindung zum Großen, ewiglichen Ich kann dabei verloren gehen. Das ist die Gefahr, und zugleich Chance der Freiheit. Alles Ich?

Keine Angst vor der (Ver)Antwort(ung)!

Geplante Vorhaben finden nicht statt

Endlich hat man etwas Zeit und freut sich schon dieses zu erledigen und vielleicht auch noch jenes nachzuholen, das andere wollte ich schon seit Wochen endlich fertigstellen usw....

Und dann? Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass dem Spruch eines guten Freundes "Geplante Vorhaben finden nicht statt!" scheinbar eine Art Gesetzmäßigkeit innewohnt.

Wie sagte einst die griechische Göttin Nike so schön? - Just do it
;-)

ENT-TÄUSCHUNG

Eine Enttäuschung wird dann erlebt werden, wenn zuvor eine nicht zutreffende Annahme, eine Täuschung, vorhanden war. Zusätzlich muss dieser Täuschung ein Sympathiegefühl entgegengebracht werden, der Wunsch, sie möge den eigenen Vorstellungen entsprechen. Es ensteht eine persönlich gefärbte Erwartungshaltung.
Wäre man aber neutral in seiner Haltung, so würde man von einem Irrtum sprechen und nicht von einer Enttäuschung.

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