Bewegung

Sport als Therapeutikum?

Sport ist Mord? Sport ist antiintellektuell? Sport ist ungeistig? Sport ist gesund? Na ja, irgendwie ist alles richtig. Gesundheit generiert der Ätherleib, und der ist des Nächtens im Schlaf am "aktivsten", dann nämlich, wenn der Mensch nicht denkt.

Die Menschheit wird immer dicker, die allzeitige Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln gepaart mit zunehmender Bewegungsarmut sei schuld daran. 400 Gramm werden laut Stoffwechselexperten jährlich am Körper angebaut, auch bei konstantem Nahrungsverhalten und gleichbleibender Bewegung. Ursache dafür ist der sinkende Grundumsatz. Anthroposophisch betrachtet verhält sich das Ganze folgendermaßen: die immer freier werdenden Ätherkräfte konzentrieren sich im Laufe des Lebens im Denken der Menschen, in ihren Erinnerungen. Ergo denken die Menschen zu wenig. Die geistigen Herausforderungen mangeln. De facto mangelt es aber auch an Bewegung. Der Begriff "Sport" ist mir persönlich zu stark besetzt, der Begriff "Bewegung" kann die Kontraktionen und Relaxationen der Skelettmuskulatur ausreichend bezeichnen.
Die Beanspruchung unseres Bewegungsapparates als Notwendigkeit seines Seins im Sinne einer willkürlich geführte Bewegung ist niemals nur Sport. Jedes Aktionspotential ist Ausdruck unseres Willens. Nichts auf Erden geschieht, außer einer tut es.
In unseren Gliedmaßen schlummert die heilsame Kraft unseres unbewußten Willens, und jede willentlich gesetzte Tat ist eine Lebensäußerung und stärkt das Selbst.
"Die Dosis macht das Gift" ist äußerlich betrachtet immer anwendbar, die "Paracelsus-Formel" ist ja so wunderbar logisch. Nicht zuletzt ist jedoch die Gesinnung zur Tat entscheidend. Damit meine ich die innere Motivation, der Grund des Antriebs und der Bewußtseinsgrad während einer Aktion, dies sind die Parameter für die Qualität einer Handlung. Jemand, der mit Liebe, Humor und Ziel agiert, kann nicht soweit daneben liegen (neben seinem Karmalauf).
Ich plädiere für Bewegung, Bewegung leiblicher, seelischer und geistiger Art. Bewegung trainiert die innere Willensstruktur, die nicht zuletzt unseren Ätherleib zusammenhält. Bewegung erzeugt Entwicklung, bewirkt Mobiltität. Und wer will schon stehen bleiben? Wir sollten gut daran tun, unseren geistigen Fettpolstern vorzubeugen.
Denn: Mars macht mobil.
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