Politik

Sichern durch überwachen?

Mir scheint, als würde die Politik in dem Maße sie sich ihrer Pflichten entledigt auch den Bürgern ihre Rechte beschneiden.

Was derzeit wieder in österreichs Innenpolitik los ist spottet zu einem großen Teil der Vernunft und Rechtschaffenheit. Im Detail möchte ich das gar nicht ausführen, aber würde ich so arbeiten, hätte ich keinen Job mehr. Ich zahle lieber Eintritt für ein gutes Kabarett, statt Steuer für diese Tragikomödie.

Als Netzarbeiter blieb meine Aufmerksamkeit natürlich am neuen Sicherheitspolizeigesetz hängen. Kragenechse. Dazu ein Linktipp zu einer gesellschaftlichen Installation, wenn auch nicht ganz nach meinem Geschmack: Platterwatch.

Landkarten zur Soziologie und Sozioökonomie

Beim Durchforsten meiner Linksammlung habe ich zwei interessante Websites gefunden, die ich dem werten Leser vorstellen will.

Atlas of Poverty ist ein Projekt, dass die verschiedenen Aspekte und Umstände der Armut in der Welt in Landkarten darstellt. Der Atlas ist als 57-seitige PDF-Datei zum Herunterladen verfügbar.

Worldmapper gibt Weltkarten in einer besonderen Form heraus. Hier werden die Landflächen entsprechend dem jeweiligen statistischen Fokus verzerrt (vergrößert oder verkleinert) dargestellt. Leider gibt es (noch) keine Karten zur Anthroposophie (Mitglieder der AAG, Demeterhöfe, anthroposophische Ärzte, ...), aber es sind trotzdem spannende statistische Darstellungen verfügbar.

Tiertransporte gesetzlich neu regeln...

...dazu fordert diese Initiative auf: http://gegentiertransporte.at

>>Obwohl die EU schon vor mehr als zwei Jahren Österreich aufgefordert hat, Tiertransporte gesetzlich zu regeln, haben unsere zuständigen Politiker jahrelang keine Handlungen gesetzt. Vielmehr scheint es, dass unseren „Volksvertretern" der Tierschutz völlig egal ist!

Wir fordern daher, dass Schlacht-Tiertransporte nur mehr zu einem der nächstgelegenen Schlachthöfe erlaubt werden, um unnötiges Leid zu vermeiden! [...]

Die gesammelten Unterschriften werden im Herbst der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer übergeben. Gleichzeitig wollen wir die zuständige Ministerin drängen, endlich das bisher verabsäumte EU-Begleitgesetz zu beschließen.

Diese Initiative ist überparteilich und unabhängig.<<

Politiker haben keinen Plan "B"

Politiker haben keinen Plan "B", und das geben sie sogar ganz "offen und ehrlich" zu!

Wenn Politiker im Interview befragt werden, was sie denn tun, wenn zum Beispiel das gewünschte Wahlergebnis nicht erreicht wird, dann sagen diese sinngemäß: >>Darüber denken wir gar nicht nach, wir erreichen unser Ziel sowieso!<<

Kein Plan B falls doch etwas schief geht? Man beginnt erst darüber nachzudenken, wenn das durchaus mögliche Alternativ-Ergebnis feststeht? Solche blöden Aussagen kann man sich wohl nur in der Politik erlauben ;-)

Ich kann nämlich einfach nicht glauben, dass sich wirklich niemand Gedanken darüber macht. Wenn man schon schwindelt, weil man über etwas nicht reden will, dann sollte man sich eine bessere Ausrede bzw. Phrase einfallen lassen. Eine solche Kurzsichtigkeit und Engstirnigkeit, dass man keinen Plan (B) hat, öffentlich zuzugeben macht einfach kein gutes Bild.

Oder bin ich der einzige dem das in dieser Form auffällt?

Von Schweinen und Patentanträgen

PrimaX hat zum Thema >Patente auf Lebewesen< bereits vor ein paar Tagen gebloggt, siehe "Schwein haben".

Um die Unzulänglichkeiten des derzeit geltenden Patenrechts und auch die Abstrusität mancher laufender Patentanträge aufzuzeigen, hat Greenpeace nun einen Patentantrag auf europäische Politiker gestellt.

Passivsaufen

Als gestern wieder einmal eine Zigarettenpackung versuchte, mich drastisch auf die Risiken des Rauchens und Passivrauchens hinzuweisen, sprach ich laut aus, was ich mir schon oft dachte: ,,Warum steht das nicht auch auf Flaschen alkoholischer Getränke, das wäre nur konsequent. Pseudogesundheitspolitik." Die Einsprüche folgten pompt: der Biertrinker gefährdet seine Umwelt nicht. Schließlich sprach ein lustiger Lungenprofessor aus Wien einmal sinngemäß: ,,Rauchern zu erlauben, an öffentlichen Orten zu rauchen, heißt, ihnen die Lizenz zum Töten zu geben."
Rauchen schädigt den Körper, Passivrauchen auch. Das sagt mir der gesunde Menschenverstand, dazu brauche ich keine Studien zu lesen. Aber nun zurück zum Thema, und zur These, Alkoholiker (10% der ÖsterreicherInnen!) oder Alkoholisierte gefährden ihre Umwelt nicht. Man sollte dazu einmal die geschundenen Familien von Alkoholikern befragen, oder ihre gefährdeten Arbeitskollegen. Im Straßenverkehr sind Alkoholisierte ja auch nahezu harmlos. Ganz zu schweigen von den alkoholinduzierten Raufereien und Unfällen. Leberzirrhose und alkoholische Enzephalopathie sind diagnostische Raritäten, ebenso selten wie sozialer Absturz und Frühpension. Mich selbst stören lästige oder aggressive Alkoholisierte in Gaststätten nicht weniger als der/die in mein Essen Paffende.
Ich habe mir da ein paar Sprüche für die Flaschen überlegt:
Der Genuß des Inhalts dieser Flasche...
...kann Sie Ihren Arbeitsplatz kosten.
...kann Ihrer Frau ein blaues Auge bescheren.
...kann einem Fußgänger das Leben kosten.
...kann Ihre aktive Lebenerwartung verkürzen.
...kann Ihrem Arbeitskollegen die Hand kosten.
...usw.

Ähnliches gilt auch für die Spielkasinos und Wettbüros, die in letzter Zeit auch in Graz vermehrt zu finden sind. Die Spielsucht ist stark im Ansteigen begriffen. Auch hier könnte man warnende Banner anbringen:
Hier kann der Einsatz Ihres Geldes...
...Sie in den Ruin treiben.
...Sie unter der Brücke schlafen lassen.
...Sie Ihre Familie kosten.
...Sie zum Räuber und Betrüger machen.
...usw.

Angst ist kein geeignetes Mittel um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Erziehung zur Mündigkeit - so hat Adorno eines seiner Bücher betitelt. Ein Mensch muss die nötigen Mittel in die Hand bekommen, das Leben eigenverantwortlich gestalten zu können. Dazu gehören auch Bildung und grundsichernde finanzielle Mittel. Zur Warnung könnte man auf das Bettchen jedes Neugeborenen den Schriftzug anbringen: ,, Die Frustration dieses nach Anerkennung, Sicherheit, Freiheit und Liebe Suchenden kann ihn zum Süchtigen machen."

Kind und Karriere

Sibylle Hamann schreibt in einem Artikel auf dieStandard:
"Was ist das größte Problem für Frauen?", heißt es ständig. Die Antwort lautet: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie." Allein die Diagnose nervt, weil sie Kinder zur Frauensache macht.

Ich mag den dezent polemischen Stil von Frau Hamann, der auch immer wieder im Profil zu genießen ist. Und sie hat Recht. Nur zu ihrer Antithese in dem Artikel, man möge die Kinder zu einer Männersache machen, möchte ich etwas dazustellen.

Kinder sind keine Sache, keine Angelegenheit für Frauen oder Männer. Kinder und deren Wohlergehen sind wohl das Wichtigste, das es gibt. Kinder aufzuziehen, zu versorgen, ihnen Sicherheit und Zukunft zu bieten ist ein Aufgabe für alle Menschen. Ohne Kinder gibt es keine Zukunft, ohne glückliche Kinder keine glückliche Zukunft für die Menschheit. Was soll also dieses entweder oder, er oder sie.

Frau Hamann hat Recht mit der Forderung nach neuen Vätern weit über die Samen- und Geldspende hinaus. In meinem Umfeld sehe ich auch diese Väter spriessen wie meinen Bart vorm Vollmond. Dass Männer auch im 21. Jahrhundert immer noch mehr verdienen als Frauen hat sicherlich etwas mit dem Problem zu tun. Wenn es keine kompatiblen und ausreichenden Betreuungsplätze für die Kinder gibt und so nur ein Partner seinen Beruf ausüben kann, dann ist das logischerweise oft der, der mehr verdient. Das Thema mit der mangelhaften Gleichstellung von Mann und Frau ist ja auch so eines, das es mir schwer macht, die Tasten meiner schönen Apple-Tastatur nicht bis auf die Tischplatte durchzudrücken. Die Sozialpolitik krepiert und man diskutiert noch über die Kanüle für den venösen Zugang und schafft sich vorsorglich Geldsärge aus Stahl von EADS an. Nicht einmal die Medizinunis (freie Wissenschaft!) schaffen es, geschlechtsneutrale Aufnahmetests einzusetzen, oder stören sich die Herrn Professoren am Umstand, dass schon 2 von 3 TurnusärztInnen Frauen sind? Achja, dann müssen sich die Firmen ja auch noch vor den Gebährfähigen schützen...

Immer wieder nehme ich wahr, dass der Begriff Kind mit dem Begriff Problem kontaminiert wird. Problemkind, Scheidungskind, Schlüsselkind, verwahrlostes Kind, aggressives Kind, hyperaktives Kind, verhaltensgestörtes Kind, übergewichtiges Kind, Generation X, usw. Kinder lernen durch Nachahmung, in ihnen reflektiert sich also der Zustand unserer Gesellschaft.

Rudolf Steiner hat einmal vom Krieg gegen die Kinder gesprochen, und das ist sicherlich schon mindestends ein Scharmützel davon. Wir alle waren Kinder und wir werden wieder Kinder sein, vielleicht schon die unserer Urenkel. Niemand muss an Reinkarnation glauben, aber wenigstens einmal so zu tun, als ob es sie gäbe, wäre eine Erweiterung des Blickwinkels auf unsere Verantwortung für die Zukunft.

Sichert das Augartenkino KIZ!

Das Augartenkino KIZ, das jedem grazer Einwohner, der sich für Kulturkino abseits von Hollywood und/oder seichter Massenunterhaltung interessiert, ein Begriff ist, droht geschlossen und durch einen Bürokomplex ersetzt zu werden. Das Kino ist auch Veranstaltungsort für die Diagonale, das österreichische Filmfestival. Auf der Fassade des Gebäudes befindet sich seit 1989 eine Wandmalerei des nicaraguensischen Künstlers Leonel Cerrato Jiron, die geschützes Kulturgut ist.
Die (einstige) Kulturhauptstadt Graz ist also weiterhin drauf und dran die Kulturpolitik gänzlich ins Lächerliche zu ziehen. Zu dem Thema könnte ich mir die Finger wundbloggen, aber zurück zum Wesentlichen.
Auf der Website www.sichertdasaugartenkino.at können sich alle, die gegen die Schließung des Augartenkinos sind, in eine Online-Unterschriftenliste eintragen.
Der Vollständigkeit wegen: Wir hätten ohne das KIZ in Graz nur mehr eine Alternative, das Rechbauerkino. Naja, höchstens vielleicht noch das Geidorf Kunstkino (auch eher Mainstream-Kino).

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