Zu Pfingsten waren PriMaX, San und ich bei einem Seminar über Kunsttherapie zum Thema ,,Offenbarungen der Wesensglieder im kunsttherapeutischen Prozess" in der Dorfgemeinschaft Breitenfurt in Niederösterreich. Seminarleiterin war Katharina Gutknecht, Gründerin der Artaban - Kunsttherapeuten-Schule in Berlin (Artaban kommst nicht von Kunst, sondern ist der Name des vierten Weisen).
Neben etwas Theorie und viel Besprechung haben wir auch selbst gemalt. Ausgehend vom Startbild eines fiktiven Patienten mit entweder Hypo- oder Hypertonie, Migräne oder Depression versuchten wir einen Therapieverlauf zu entwickeln. Zwei der für meine Verhältnisse eher gelungenen Werke habe ich hier unten eingestellt. Die Bilder können durch Draufklicken vergrößert werden.
Bei diesem Bild bestand die Aufgabe darin, Erde darzustellen. Das Element Erde ist etwas Totes, das Lebendige steht darauf. Im Zuge der intensiven Arbeit entsteht allmählich Erde mit ihren Brauntönen und Felsen, Steine und Kristalle werden sichtbar. Dann kommen Lichtstrahlen von oben und ziehen die Pflanzen aus der Erde. Erst bei diesem letzten Bild des vorletzten Tages habe ich begriffen wie die Nass-in-Nass Maltechnik funktioniert.
Wie bereits erwähnt haben wir hauptsächlich die Nass-in-Nass Methode angewendet. Dabei wird mit Aquarellfarben, in unserem Fall von der Firma Stockmar, auf nassem Papier gemalt. Beim therapeutischen Malen stehen nur die Farben Zitronengelb, Goldgelb, Zinnoberrot, Kaminrot, Preußischblau und Ultramarinblau oder weniger zur Verfügung. Alle weiteren Farben sind aus diesen am Papier zu mischen. Die Farbe Grün stellt da schon eine erste Herausforderung an den Patienten dar.
Hier ging es um das Thema ,,Licht fällt in die Finsternis". Indigo ist eine Farbe, die das Abgestorbene, Tote wiederspiegelt und schon eine gewisse Anforderung an den Malenden stellt. Ebenso die Darstellung der dramatischen Situation, wenn man sich vorstellt, wie das Licht in die Finsternis eindringt, und in der Übergangszone auf Widerstand stößt. So ein Bild sollte in etwa 45 Minuten, also innerhalb einer Therapiesitzung, geschaffen werden.