Als ich heute in Klagenfurt in einer slowenischen Bank auf der Suche nach den neuen 2-Euro Gedenkmünzen (50 Jahre EU - vielleicht der letzte runde Geburtstag) auf deutsch und slowenisch war, wurde ich auf ein Projekt aufmerksam: BUHŠTABENZUPE von UNIKUM.
Zur Erklärung für unsere nichtösterreichischen Leser - der Ortstafelstreit:
Im Staatsvertrag von 1955(!) hat sich Österreich verpflichtet, unter bestimmten Bedingungen, zweisprachige Ortstafeln aufzustellen. Sie denken sich jetzt ,,na und, wo ist das Problem?". Das Problem ist in Kärnten. Dort hat man Angst vor den Slowenen und ihren inexistenten Gebietsansprüchen. Möglicherweise würden es solche Ortstafeln der slowenischen Armee erleichtern, ihre Enklaven in Kärnten zu finden und zu besetzen, ich weiß es ja auch nicht so genau. Wer noch tiefer gräbt findet eine Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg, bei der es um den Grenzverlauf zwischen dem SHS-Staat und Österreich ging, ein kärntner Trauma. Jedenfalls kommt das Bundesland Kärnten trotz verschiedenen Erkenntnissen des Verfassungsgerichtshofes seinen Verpflichtungen nicht nach. Der Landeshauptmann, ein rechtsrechter Populist, schafft es, mit den unterschiedlichsten Finten eine politische Tragikomödie zu inszenieren. Leider stehen genug geistig benachteiligte Wahlberechtigte hinter ihm, und um die bangend (viele schreiten ins happy Kamaloka, neue sollen verblendet werden) muss er die soziale Stimmung mit Haß und Resentiments anheizen und vorgaukeln, diese Sache wäre die Schlimmste und Gefährlichste für Kärnten. Sogar dem kärntner Heimatdienst, ein Verfechter und Verteidiger von kärntner Blut und Boden, ist diese Gebärde inzwischen zu blöd geworden.
Jedenfallst hat sich UNIKUM etwas wirklich lustiges einfallen lassen, und bietet den Angstvollen unter den Kärntnern eine Buchstabensuppe mit Zeichen aus dem slawischen Alphabet. So können die sich beim Über-die-Nudelsuppe-Schwimmen schon mal an den Anblick gewöhnen.
Ich bin übrigens in Kärnten geboren und aufgewachsen, das braun-blau-orange Elend graut mir also schon seit vielen Jahren haunah.
Für unsere slowenischen Leser:
Hvala lepa für den herrlichen Strankalansalat und die köstliche Mohnpotize.
Für alle:
Angst ist der Feind. Kennen lernen hilft. Selber denken auch.