Blog von ErbAleX

Sichern durch überwachen?

Mir scheint, als würde die Politik in dem Maße sie sich ihrer Pflichten entledigt auch den Bürgern ihre Rechte beschneiden.

Was derzeit wieder in österreichs Innenpolitik los ist spottet zu einem großen Teil der Vernunft und Rechtschaffenheit. Im Detail möchte ich das gar nicht ausführen, aber würde ich so arbeiten, hätte ich keinen Job mehr. Ich zahle lieber Eintritt für ein gutes Kabarett, statt Steuer für diese Tragikomödie.

Als Netzarbeiter blieb meine Aufmerksamkeit natürlich am neuen Sicherheitspolizeigesetz hängen. Kragenechse. Dazu ein Linktipp zu einer gesellschaftlichen Installation, wenn auch nicht ganz nach meinem Geschmack: Platterwatch.

Trau, schau, wem

Die Beatagenten haben die Eulenspiegelei schon vermisst...

Über Molla Nasreddin, sozusagen den arabischen Eulenspiegel, wird unter anderem folgende Geschichte erzählt:

Ein Mann kam zu Nasreddin, um sich einen Esel von ihm zu borgen. „Sehr gerne“, sagte Nasreddin „aber heute ist mein Esel nicht da!“. In diesem Augenblick schreit der Esel hinter dem Haus: „I-aaah“. „Warum lügst du? Dein Esel ist doch zu Hause!“ „Was ist los? Wem glaubst du mehr, mir oder einem Esel?“, fragte der Mullah.

Mit der Geste in dieser Geschichte sehen sich viele Menschen konfrontiert, wenn sie einen Exoteriker nach der Esoterik fragen. Und der Geisteswissenschaft scheint die Rolle des Esels zugedacht, sie wird gehört vom Hinterhof und doch verleugnet.

"Vertrauen stärkt die Toleranz für Mehrdeutigkeit." schrieb der Soziologe Niklas Luhmann. Aber gerade die Mehrdeutigkeit ist es, die das Vertrauen der Patienten in die ärztliche Meinung schwinden lässt. Die meisten Menschen verlassen sich zwar auf die Forschung, wenn es darum geht, Erkenntnisse zu mehren, aber den akademischen Diagnosefindungsprozess empfinden sie oft als verwirrend, langsam und unbefriedigend. Die berechtigt eingeholte zweite Meinung hilft oft nicht weiter, verwirrt noch mehr, und führt dann manchmal zum Selbststudium und Doctorshopping - vier Ärzte fünf Meinungen.
Es besteht also ein Unterschied zwischen Vertrauen und dem sich-Verlassen. Die Philosophin Annette Baier definiert Vertrauen als eine Haltung mit der der/die Vertrauende jemandem die Sorge über eine Sache überlässt, die ihm am Herzen liegt - im Gegensatz zu einem bloßen moralisch neutralen sich-Verlassen. Während sich also der/die Einzelne, oder besser die Gesellschaft, im Allgemeinen auf die Wissenschaft verlässt, führt das im Speziellen, wenn es um die Sorge des persönlichen Wohls geht, nicht unbedingt zu Vertrauen.
Ich stehe keinesfalls in Opposition zu den Erkenntnissen und Methoden der modernen akademischen Medizin, wohl aber zu deren Selbstverständnis als einziges Wohlbringendes für den kranken oder sich krank fühlenden Menschen. Die Medizin ist nicht nur Naturwissenschaft, der Patient ist ein Individuum und nicht ein idealisiertes und standardisiertes Modell eines Menschen. Die Wissenschaftsheorie wird in diesem Fall dem Menschen nicht gerecht, also ist es falsch, einzig sie auf den Menschen anzuwenden und ihn so mit seiner Einzigartigkeit und Freiheit im statistischen Mittel zu versenken. Immer mehr Patienten vertrauen den medizinischen Alternativen und sind zufrieden, ohne sich damit als psychiatrische Fälle mit somatisierten Symptomen zu outen. Es sei dem werten Leser der wissenschaftstheoretische Anarchist Paul Feyerabend ans Herz gelegt.

Die Medizin ist eine Kunst, eine Heilkunst, die den Patienten als Individuum einschließt und nicht nur einen Algorithmus auf ihn anwendet. Dadurch entsteht Vertrauen zum Arzt und zur Medizin. Schwierig wird damit aber natürlich die Qualitätskontrolle durch Gleichschaltung der Ärzte, denn die Gesellschft müsste darauf vertrauen (können), dass manche Ärzte, auf der Basis der medizinischen Wissenschaft, ihre Fähigkeiten in die Geisteswissenschaft hinein, zum Wohl der Patienten, erweitern.

Jahresbericht

Die Wir-AG - als Konsortium unserer Ich-AGs - hat kurz um einen Jahresbericht gebeten.

9.525 Zugriffe auf 162 Artikel - alles zu wenig?

Fünftplazierter bei google.at bei der Suche "Das Web" nach dem Stichwort "Anthroposophie" (Platz 2 bei Einschränkung "Seiten aus Österreich"), 27. Platz bei google.com, bei google.de nicht unter den ersten Hundert - alles zu schwach?

Skandale: 0
Diskussionen: 5 (davon 2 interne)
Minidispute mit institutionalisierten Anthroposophen: 0,1
ausgelöste Halte- und Stellreflexe bei institutionalisierten Anthroposophen: 0,42
Wahrnehmung / im Bewusstsein von institutionalisierten Anthroposophen: keine zuverlässigen Daten
Links auf unsere Site: 69 (70% davon durch Software-Roboter)
-davon Anthro-Blog-Kollegoide: ca. 7,5 (Danke und liebe Grüße!)
Pluspunke fürs Kamaloka: ?
Feedabonnenten: 25
- alles naja?

Fazit: zu wenig, zu schwach, naja, immerhin da - ? - wir werden besser geworden sein.

Nun aber satirisch-notorische Selbstkritik ;) beiseite, glücklich und etwas stolz und zufrieden:
vielen Dank an PriMaX und San, dass Ihr da seid und mitgeht!

Entsorgung

Eine Geschichte über die Beseitigung von Müll?
Wir haben heuer viel geschafft, den Umbau der Wohnung und die Berge aus Schutt, die Unbill mit den Handwerkern und die konstante Überbeschäftigung parallel dazu. Und das schreibe ich ganz ohne exhibitionistische Seufzer, ich habe es so gewollt, und es war gut so.
Nun, gegen Ende des Jahres, ist manches erledigt, und sie tritt ein, die vorläufige Entsorgung, und das hat wohl etwas mit Weihnachten zu tun.

Der Kärntner hat ein Lied dafür:
1.) Kömmt's lei eina in die Stubn,
Kömmts lei eina ins Haus!
Wann ma mitananda singen,
Gehn die Liadlan nit aus.
2.) Ruckts lei zuuba, ruckts lei zuaba,
Stellts das Sorgensackle hin!
Seind vielleicht in etla Stundn
Lauter liabe Liadlan drin.
3.) Lei nit mockn, lei nit klagn,
Lei frisch auf zur guatn Saat!
Laßt si alls viel leichter tragen,
Wann das Herz a Hoamgehn hat.

Aber was hatten wir für Sorgen? Ich denke, wir alle hatten mehr oder weniger die selben, ich erspare mir daher die übliche sozialwissenschaftliche Aufzählung.
Ich mag Sorgen nicht, sie stören mich, bremsen mich, halten mich ab. Zum Beispiel davon, lieb zu meinen Lieben zu sein, oder Gedachtes, Ersonnenes, Gefühltes hier in meine Tasten zu klimpern, oder mich einfach gut zu fühlen. Also weg damit! (Der christlich Gebildete stimmt hier mit Matthäus 6, 25 - 33 ein). Zukunft statt fortgesetzte Vergangenheit. Was passiert passiert und hat seine Gründe in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Aber wozu sich heute davon betören lassen? Sorge ist ein anderes Wort für Angst, und die sollte zu den Todsünden gehören, dann wären es endlich acht.
Ich werde mir also neben die rote Tonne für das Altpapier eine violette Tonne für meine Sorgen in den Hof stellen und behände beschicken. Dann werde ich tun wozu ich lebe und nicht darüber nachdenken, warum das gerade nicht möglich sein soll.

Drupal Modul External Links aufgebohrt

Vor einiger Zeit hat mich San gebeten, in unser Blog eine Funktion zu implementieren, die ausgehende Links mit einer kleinen Grafik kennzeichnet. Das sieht man auch bei einigen anderen Blogs, San wollte aber etwas mehr und auch Links zur Wikipedia gesondert ausgezeichnet haben, natürlich automatisch.
Nach kurzer Recherche fand ich im Drupalmodulverzeichnis External Links (Version 5.x-1.3 vom 6. Juli 2007), einen guten Startpunkt für das Vorhaben. Die nötigen Änderungen daran habe ich hart codiert, also nicht so elegant für den allgemeinen Einsatz mit Konfiguration im Admininterface. Dafür ist es schnell erledigt und für unsere Zwecke reicht es. Wie ich das gemacht habe erkläre ich hier kurz.
External Links benutzt das in Drupal intergrierte JavaScript Framework jQuery für diese Aufgabe. Mit jQuery werden nach dem Laden der Seite die enthaltenen Links durchlaufen, analysiert und gegebenenfalls (der Link geht mit dem HTTP nach außen) wird ihnen eine CSS-Klasse für die spezielle Auszeichnung hinzugefügt.
Wie erwähnt, habe ich das Admininterface nicht modifiziert, geändert habe ich folgende Dateien:

extlink.js - siehe Kommentare im Quelltext (englisch, change 1-5), weitere Linkauszeichnungen sind in der Art leicht hinzuzufügen

extlink.css - Klasse für Links zur Wikipedia hinzugefügt und die Ausrichtung nach links gelegt (gefällt mir besser), Icon: Wikipedia

So einfach geht das: External Links herunterladen, auspacken, Änderungen vornehmen, in das Modulverzeichnis hochladen, Icon dazu, Modul akivieren und einstellen, fertig.

Ein Nudist am Trampolin und das T

Zum Morgensport habe ich mich heute in die Rolle eines befeigblatteten Nudisten (FSK 16) versetzt und ein paar Übungen absolviert. Der Link zum Trainingsgelände: NudistTrampolining
Tipp: mit der Taste 9 am Ziffernblock kann das eurythmische T ausgeführt werden, die darauffolgende Geste (AU?) ist ziemlich verwortakelt und sollte vielleicht gesondert perfektioniert werden.

Live Earth - noch ein Umweltschutz

Was haben Sie am 7.7.2007 gemacht? Geheiratet oder auf einer Hochzeit eingeladen gewesen? Ein Konzert im Fernsehen gesehen? Damit begonnen, Ihren Verbrauch an irdischen Ressourcen zu überdenken und gegebenenfalls dauerhaft einzuschränken?
Jetzt aber zum eigendlichen Thema dieses Eintrages - das Geschäft mit der Moral. Adam Smith meinte zwar einst sinngemäß, es täte der Moral gut, wenn man sie zum Geschäft macht. A priori möchte ich aber keinen Versuch, die Welt besser zu machen, verurteilen. Was aber genau hat ein Mega-Musikevent mit Umweltschutz zu tun? Ich möchte Al Gore nicht die besten Absichten absprechen, aber irgendwie passt das alles trotzdem nicht zusammen.
Deshalb habe ich mir ein paar Fragen gestellt...

  • wer von den Zuschauern des Live Earth Events hat vorher noch nicht gewußt, dass es um die Umwelt schlecht bestellt ist, bzw. akuter Handlungsbedarf besteht
  • was sollte einen Zuschauer dazu bewegen, ab dem 7.7. die oben genannten Fakten bei seinem Handeln zu berücksichtigen (trotzdem hoffe ich, dass es welche tun)
  • welcher mitwirkende Star ist schon vor dem Event durch einschlägiges Engagement aufgefallen und nutzt den Auftritt nicht nur zur Imagepolitur auf Geheiß der Musikindustrie
  • wo sind die Grenzen zwischen Protest-PR, Moral-Marketing und Kommerz
  • sind Konzerne, die sich durch ihren kapitalistischen Erfolg als Erwählte fühlen, eine neue Weltordnung zu schaffen, geeignet, die Zivilgesellschaft zu unterstützen oder ist das nur widerliche Bigotterie und Verlogenheit
  • braucht der Umweltschutz Werbung durch Rockkonzerte oder hat der eher etwas mit Bewußtseinsbildung zu tun
  • welche Stars sind für das Event extra mit dem Flugzeug angereist (sie wurden ja gebeten, Privatjets zu Hause zu lassen)
  • wozu flogen Hubschrauber für die TV-Übertragung über den Locations
  • warum durfte Smart die Transfers durchführen, wo doch der Mutterkonzern Mercedes Benz eindeutig und erfolgreich gegen europäische Umweltschutzbemühungen arbeitet
  • warum hat der ORF die Übertragung für einen Bericht aus der Formel 1 unterbrochen
  • warum ließ der ORF Toyota anläßlich des Events ein Auto verlosen, wenn auch ein sparsames, wie wäre es mit Jahreskarten für öffentliche Verkehrsmittel sponsored by Toyota
  • warum spielten die Stars nicht unplugged
  • warum arbeitete man nicht mit NGOs zusammen, bzw. umgekehrt

Ich hoffe, es kommt noch etwas echt Griffiges nach dem Event, sonst wird dieses ,,Jahrhundertkonzert" zu einer netten Anekdote in der Geschichte des Umweltschutzes.

Patientenzufriedenheit

Die Techniker Krankenkasse in Deutschland hat 100.000 Patienten zu ihrer Zufriedenheit nach Klinikaufenthalten befragt. Behandlungsergebnis, medizinische Versorgung und Unterbringung sind durchaus wichtige Kriterien für die Wahl einer Klinik für elektive Eingriffe oder Behandlungen. Auf der Website der TK können sich die Menschen nun vorab umfassend über die zu erwartenden Leistungen einer klinischen Einrichtung informieren, das finde ich toll.
Wo gibt es soetwas in Österreich? Hierzulande wehren sich die medizinischen Dienstleister noch gegen eine öffentliche Evaluierung, obwohl sich manche um eine Plakette der Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations (JCAHO) bemühen. So sollen Sicherheit und Qualität medizinischer Leistungen erhöht werden. De facto ist diese Akkreditierung teuer, sie verunsichert die Mitarbeiter und bürdet ihnen einen gewaltigen zusätzlichen Dokumentationsaufwand auf. Wohler fühlt sich dann in erster Linie die Klinikleitung im fragwürdigen Gefühl, ein Top-Management zu leisten, sie fühlt sich wohl eher externen Kommissionen als dem eigenen Haus und den darin arbeitenden und zu pflegenden Menschen gegenüber verpflichtet.
Ich habe in dieses Thema einen gewissen Einblick, da ich voriges Jahr Software für ein Institut für Zufriedenheitsanalysen im medizinischen Sektor entwickelt habe. Durch ein Knopfloch des Mantels der Verschwiegenheitspflicht kann ich nur sagen, dass die Zufriedenheit von Patienten und Mitarbeitern sowie die Erfolgs- bzw. Versagerquoten medizinischen Handelns nicht ganz mit einer Akkreditierung korrelieren. Hier sind aber Angst, Prestige, Macht, Geld und Politik im Spiel, die wir als Ingredienzien des Wurstelns und Täuschens wider den guten Fortschritt kennen.
Offenheit wäre angesagt, denn nur die trägt die Bereitschaft in sich, etwas zum Positiven hin verändern zu wollen, und so auch zu können. Aber wer wird schon gerne kritisiert? Und die Patienten müssen ja trotzdem kommen...

Nun noch einmal zurück zum eingangs erwähnten Informationsdienst. Platz eins, bezogen auf die Patientenzufriedenheit, hält mit 89,4% das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin. In dieser Klinik für anthroposophisch erweiterte Heilkunst habe ich vor einigen Jahren einige Zeit als Praktikant verbracht. Liebe Grüße und Gratulation!
Mit 84,2% liegt auch das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke im vorderen Feld.

Artikel über Anthroposophische Medizin

Die Dame vom Paketdienst hat mir ein Paket gebracht, und ich hab' mich sehr gefreut, denn darin waren fünf druckfrische Exemplare der neuen Ausgabe der (österreichischen) Demeter-Zeitung Johanni 07.
Der Demeterbund hat in seiner Zeitung mit einer Artikelserie zu den verschiedenen Lebensfeldern der anthroposophisch tätigen Menschen begonnen. Ich hatte die Ehre, den Anfang mit einem Artikel über Anthroposophische Medizin zu machen.
Mein Tipp: besorgen, die Zeitung erscheint vierteljährlich, ist kostenlos aber nicht umsonst und auch ohne meinen Artikel äußerst lesenswert. Vielleicht gibt es sie im Bioladen ums Eck.

Unsere Leser außerhalb von Österreich, und das sind immerhin 68%, muss ich leider enttäuschen. Seit Michaeli 2006 wurde die Downloadseite auf demeter.at nicht mehr aktualisiert. Ich werde da mal nachfragen und gegebenenfalls berichten, falls es einen Link gibt.

Landkarten zur Soziologie und Sozioökonomie

Beim Durchforsten meiner Linksammlung habe ich zwei interessante Websites gefunden, die ich dem werten Leser vorstellen will.

Atlas of Poverty ist ein Projekt, dass die verschiedenen Aspekte und Umstände der Armut in der Welt in Landkarten darstellt. Der Atlas ist als 57-seitige PDF-Datei zum Herunterladen verfügbar.

Worldmapper gibt Weltkarten in einer besonderen Form heraus. Hier werden die Landflächen entsprechend dem jeweiligen statistischen Fokus verzerrt (vergrößert oder verkleinert) dargestellt. Leider gibt es (noch) keine Karten zur Anthroposophie (Mitglieder der AAG, Demeterhöfe, anthroposophische Ärzte, ...), aber es sind trotzdem spannende statistische Darstellungen verfügbar.

Seminar Kunsttherapie

Zu Pfingsten waren PriMaX, San und ich bei einem Seminar über Kunsttherapie zum Thema ,,Offenbarungen der Wesensglieder im kunsttherapeutischen Prozess" in der Dorfgemeinschaft Breitenfurt in Niederösterreich. Seminarleiterin war Katharina Gutknecht, Gründerin der Artaban - Kunsttherapeuten-Schule in Berlin (Artaban kommst nicht von Kunst, sondern ist der Name des vierten Weisen).
Neben etwas Theorie und viel Besprechung haben wir auch selbst gemalt. Ausgehend vom Startbild eines fiktiven Patienten mit entweder Hypo- oder Hypertonie, Migräne oder Depression versuchten wir einen Therapieverlauf zu entwickeln. Zwei der für meine Verhältnisse eher gelungenen Werke habe ich hier unten eingestellt. Die Bilder können durch Draufklicken vergrößert werden.

Erde und Pflanzen Bei diesem Bild bestand die Aufgabe darin, Erde darzustellen. Das Element Erde ist etwas Totes, das Lebendige steht darauf. Im Zuge der intensiven Arbeit entsteht allmählich Erde mit ihren Brauntönen und Felsen, Steine und Kristalle werden sichtbar. Dann kommen Lichtstrahlen von oben und ziehen die Pflanzen aus der Erde. Erst bei diesem letzten Bild des vorletzten Tages habe ich begriffen wie die Nass-in-Nass Maltechnik funktioniert.

Wie bereits erwähnt haben wir hauptsächlich die Nass-in-Nass Methode angewendet. Dabei wird mit Aquarellfarben, in unserem Fall von der Firma Stockmar, auf nassem Papier gemalt. Beim therapeutischen Malen stehen nur die Farben Zitronengelb, Goldgelb, Zinnoberrot, Kaminrot, Preußischblau und Ultramarinblau oder weniger zur Verfügung. Alle weiteren Farben sind aus diesen am Papier zu mischen. Die Farbe Grün stellt da schon eine erste Herausforderung an den Patienten dar.

Licht fällt in die FinternisHier ging es um das Thema ,,Licht fällt in die Finsternis". Indigo ist eine Farbe, die das Abgestorbene, Tote wiederspiegelt und schon eine gewisse Anforderung an den Malenden stellt. Ebenso die Darstellung der dramatischen Situation, wenn man sich vorstellt, wie das Licht in die Finsternis eindringt, und in der Übergangszone auf Widerstand stößt. So ein Bild sollte in etwa 45 Minuten, also innerhalb einer Therapiesitzung, geschaffen werden.

 

(K)Ein Esoblog? Selbstverständnis!

Gestern hat mich ein alter Bekannter angerufen, der diesen Blog hier irgendwie über meine im Aufbau befindliche Linkliste gefunden hat. Er hat dann herausgefunden, dass ich hier mitmache und daraufhin unsere Einträge gründlich durchforstet. Dann rief er also an.
Das Gespräch war interessant. Er hat gewußt, dass Anthroposophie ,,so irgendwas mit Esoterik" zu tun hat, und er hat sich auch an die ,,Ethnomedizin" erinnert, mit der ich mich beschäftige. Unser Themenmix hat ihn aber etwas verwundert, so gar nicht typisch esoterisch, mystisch, geheimnisvoll. Da bin ich echt froh.
Der Titel ,,besser mit Anthroposophie" ist ein Statement, unsere Meinung, und nicht als Inhaltsvorgabe zu verstehen. Auf unseren Seiten Wozu das Ganze und Disclaimeroid deuten wir das auch an. Wir missionieren hier nicht und wir halten auch keinen Anthroposophiekurs ab. Wir äußern unsere Meinung und lassen teilhaben.
Für mich spiegelt dieser Blog den von mir für die Öffentlichkeit freigegebenen Teil meines Lebens wieder. Ich trenne nicht zwischen Anthroposophie und ,,Alltag", Anthroposophie ist das Allerpraktischte, daher gehört hier meiner Meinung nach alles mögliche hin. Ich bin ein besserer Mediziner geworden, ein besserer Krisenbewältiger und Entscheidungstreffender und auch ein besserer Programmierer. Ob ich auch ein besserer Mensch geworden bin können jedoch nur meine Freunde beurteilen.
Meinem Bekannten haben auch Links zu anthroposophen Sites gefehlt. Ja, daran arbeiten San und ich bereits, jedoch mit der Stetigkeit eines ruckelnden Fließbandes unter anthroposophie.at, Geduld bitte, die Freizeit ist knapp, die Erwartung an unsere eigene Qualität hoch.
Zum Abschluss noch etwas Statistik. Bisher hatten wir laut unseres BigBrother-Tools etwa 700 eindeutige Besucher, etwa 30% davon kommen immer wieder vorbei. Die Hälfe der Besucher, die uns über eine Suchmaschine gefunden haben, haben nicht nach eindeutig anthroposophischen Themen gesucht, und sie haben trotzdem gelesen, im Durchschnitt 1:26 Minuten und 2,3 weitere Seiten unseres Blogs besucht. Wir haben etwa 30 RSS-Abonnenten.

Tagung ,,Bedingungsloses Grundeinkommen"

Da blättere ich in meinem Lieblingswirtschaftsmagazin brand eins und entdecke eine kleine Anzeige.
Vom 1. bis zum 3. Juni findet im Anthroposophischen Zentrum Kassel eine Tagung zum Thema ,,Bedingungsloses Grundeinkommen" statt. Für mich ist das die Gelegenheit ganz klar zu sagen:,, Ja, ich bin dafür, und wie!"
Laut dieser Anzeige treten brand eins und info3 als Medienpartner auf, auf deren Internetseiten kann ich aber leider keinen entsprechenden Hinweis finden. Von der Website des AZ Kassel kann aber der Folder zur Veranstaltung heruntergeladen werden.

[Die Tagung dient zum einen der grundlegenden Information über das Thema, zum anderen dem Austausch und der Gegenüberstellung verschiedener Denkansätze und Konzepte, was z.B. (steuerbasierte) Finanzierung sowie gesamtgesellschaftliche Einbindung sowie weitergehende Perspektiven eines Grundeinkommens oder Bürgergeldes betrifft. Entwürfe, wie sie mit dem Namen Althaus, Werner u.a. verbunden sind, werden zur Darstellung gelangen.]

Ich habe noch eine kleine Leseliste zum Thema zusammengestellt:
brand eins - 3/2005 - ,,Wir leben in paradiesischen Zuständen" (pdf)
info3 - Jänner 2006 - ,,Der Anstifter" (Linkliste an Ende des Artikels)
brand eins - 7/2005 - Schwerpunkt: Arbeit (Nie wieder Vollbeschäftigung!)

 

last exit sex

Gestern im Nachtfilm sagte der Held zur Schönen in einer äußerst bedrohlichen Situation: ,,There's no fucking way out!"
Normalerweise bersten in einer so spannenden Situation die Kartoffelchips in der Hand. Ich aber lachte laut auf, wegen folgender Geschichte im Hintergrund.
,,Sex ist nur ein Trost, wenn die Liebe nicht reicht." Diesen Satz hörte ich vor einiger Zeit im Radio. Ich dachte, die zitieren einen reaktionären Anthroposophen. Es war aber ein Bericht über Gabriel Garcia Márquez' Roman ,,Erinnerung an meine traurigen Huren".
Dieser Anstoss reichte aber, um mich wieder einmal über so manche anthroposophische Sekundärliteratur zu ärgern. Es gibt eine Reihe von AutorInnen, ohne Namen nennen zu wollen, die Ihre anachronistische Seelenverfassung zu Papier bringen, und sich dann hinter einzelnen Rudolf-Steiner-Zitaten verstecken, ohne den nötigen Überblick über die Primärliteratur zu haben. Da wird dann von Knabenunterhosen ohne Eingriff geträumt, oder von Kopfgeburten ohne koitaler Notwendigkeit. Ja, es gibt diese Ansagen von Rudolf Steiner, doch so benutzt gibt der/die VerfasserIn offen zu: ,,Die Teile halt ich in der Hand, allein, mir fehlt das geist‘ge Band." Diagnose: anthroposophische Dyspareunie. Anthroposophie ist zwar kein geschützter Begriff, jeder darf das Wort auf seine (Druck-)Fahne heften, der Hochqualitätsmarke Anthroposophie schadet das aber. Die Rezensenten solcher Werke fallen dann darauf herein, verwechseln ,,Anthroposoph" mit Anthroposophie, also persönliches Meinen und Dafürhalten mit Geisteswissenschaft, und kommen zum Schluss, Anthroposophie sei, gelinde gesagt, schon sehr eigenartig. Das ist sie auch, aber auf eine sympathische Art.
Fleisch essen statt Fleisch denken - Sex haben statt darüber zu grübeln

Strategiekonferenz 2007

Im Jahr 2001 ging vom Verein für anthroposophisches Heilwesen, Österreich, eine Initiative aus, um all die Menschen, die in Österreich auf dem Gebiet der Anthroposophie tätig sind, zusammenzubringen. Wissen was die anderen machen, voneinander lernen oder einfach einmal ins Gespräch kommen war die Idee der ersten, vorbereitenden Treffen in Graz. Oft weiß zum Beispiel ein Heileurythmist gar nicht, dass Demeter anthroposophisch ist usw. Zeitenweise war es ziemlich schwierig, die Anthroposophen sind ja solche Individualisten! :)
Gemeinsame Wurzeln bedeuten oft gleiche Probleme, also warum nicht gemeinsam an Lösungen arbeiten?

Am kommenden Freitag und Samstag findet nun die 3. Strategiekonferenz, diesmal in Linz, statt. San und ich werden auch dabei sein, ich werde einen Workshop zur meditativen Praxis in Forschung und Beruf leiten.

Ergebnisse aus den vergangenen Jahren gibt es natürlich auch, ich zähle nur einige auf:

  • ,,Marktgespräche" - Zusammenarbeit von Bauern, Bioläden und Konsumenten
  • Einladung meiner Wenigkeit zu einem Vortrag über Meditation bei einem Treffen von Demeterbauern
  • Städteübergreifende Arbeitsgruppe von Pädagogen

Frohe Ostern

Mit dem Foto ,,Anthroregalboden mit Osternest" wünschen wir allen Lesern Frohe Ostern. Die Wandtafelzeichnung im Hintergrund des Nestes stammt übrigens aus dem Vortrag vom 1.4.1923 ,,Der Jahreskreislauf als Atmungsvorgang der Erde und die vier großen Festenszeiten" (GA 223) und stellt den Ostergedanken dem Michaelsfestgedanken gegenüber.

Spiritueller Funktionalismus

Das Buch, bzw. die Dissertation, von Reinhold Johann Fäth über Rudolf Steiners Kunstschaffen und sein typisches Design steht schon seit einiger Zeit in meiner Bibliothek. Nun hab' ich es wieder am Nachtkästchen und versuche herauszufinden, ob ich interessante Ideen fürs Webdesign finde. Aber bitte ohne Ikonografie, Kopie und Steinermuseum.
Übrigens gibt es das Buch auch als Download, und da ist es, im Gegensatz zur Printversion, sogar in Farbe.

Kurzfassung:
,,Die kunstwissenschaftliche Dissertation "Rudolf Steiner Design: Spiritueller Funktionalismus – Kunst" rekapituliert einleitend den kunsthistorischen Forschungsstand im Hinblick auf das gesamte künstlerische Werk Rudolf Steiners, stellt ein nicht unerhebliches Forschungsdefizit fest und erörtert die Umstände, die dazu geführt haben.
Im Hauptteil wird das bildnerisch-künstlerische Werk Steiners vor der Folie des (post)- modernen Designbegriffes differenziert erfasst und erstmals eine kunsthistorische Gegenstandserfassung für den Werkbereich Möbeldesign unternommen. Die Dissertation präsentiert eine bemerkenswerte Fülle an bislang »unentdeckten« bzw. unveröffentlichten Archivfunden (Entwürfe und Objekte) und schließt damit eine Forschungslücke. Entlang des Fundus an Designentwürfen und –objekten, zugehörigen Selbstinterpretationen und allgemeinen Aussagen Steiners über Gestaltung wird der theoretische Hintergrund der spezifisch Steinerschen Form- und Farbgebung umfassend untersucht und als Spiritueller Funktionalismus im Kontext Kunst expliziert."
[Quelle: Konstanzer Online-Publikations-System (KOPS)]

BUHŠTABENZUPE - Humor gegen Dummheit

Als ich heute in Klagenfurt in einer slowenischen Bank auf der Suche nach den neuen 2-Euro Gedenkmünzen (50 Jahre EU - vielleicht der letzte runde Geburtstag) auf deutsch und slowenisch war, wurde ich auf ein Projekt aufmerksam: BUHŠTABENZUPE von UNIKUM.

Zur Erklärung für unsere nichtösterreichischen Leser - der Ortstafelstreit:
Im Staatsvertrag von 1955(!) hat sich Österreich verpflichtet, unter bestimmten Bedingungen, zweisprachige Ortstafeln aufzustellen. Sie denken sich jetzt ,,na und, wo ist das Problem?". Das Problem ist in Kärnten. Dort hat man Angst vor den Slowenen und ihren inexistenten Gebietsansprüchen. Möglicherweise würden es solche Ortstafeln der slowenischen Armee erleichtern, ihre Enklaven in Kärnten zu finden und zu besetzen, ich weiß es ja auch nicht so genau. Wer noch tiefer gräbt findet eine Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg, bei der es um den Grenzverlauf zwischen dem SHS-Staat und Österreich ging, ein kärntner Trauma. Jedenfalls kommt das Bundesland Kärnten trotz verschiedenen Erkenntnissen des Verfassungsgerichtshofes seinen Verpflichtungen nicht nach. Der Landeshauptmann, ein rechtsrechter Populist, schafft es, mit den unterschiedlichsten Finten eine politische Tragikomödie zu inszenieren. Leider stehen genug geistig benachteiligte Wahlberechtigte hinter ihm, und um die bangend (viele schreiten ins happy Kamaloka, neue sollen verblendet werden) muss er die soziale Stimmung mit Haß und Resentiments anheizen und vorgaukeln, diese Sache wäre die Schlimmste und Gefährlichste für Kärnten. Sogar dem kärntner Heimatdienst, ein Verfechter und Verteidiger von kärntner Blut und Boden, ist diese Gebärde inzwischen zu blöd geworden.
Jedenfallst hat sich UNIKUM etwas wirklich lustiges einfallen lassen, und bietet den Angstvollen unter den Kärntnern eine Buchstabensuppe mit Zeichen aus dem slawischen Alphabet. So können die sich beim Über-die-Nudelsuppe-Schwimmen schon mal an den Anblick gewöhnen.
Ich bin übrigens in Kärnten geboren und aufgewachsen, das braun-blau-orange Elend graut mir also schon seit vielen Jahren haunah.

Für unsere slowenischen Leser:
Hvala lepa für den herrlichen Strankalansalat und die köstliche Mohnpotize.

Für alle:
Angst ist der Feind. Kennen lernen hilft. Selber denken auch.

Rückblick auf das Wochenende

Nach dem dichten Programm des vergangenen Wochenendes, komme ich erst jetzt dazu, darüber zu berichten.

Wir veranstalteten eine Informationstagung zur anthroposophischen Medizin:

Infotagung AM 07

Etwa 40 Teilnehmer konnten sich in 12 Seminaren über die Anthroposophische Medizin informieren. Fachreferenten zeigten die Möglichkeiten der anthroposophisch erweiterten Heilkunst in Pädiatrie, Orthopädie, Allgemeinmedizin und Gynäkologie auf. Auch San und ich brachten einen Beitrag darüber, wie die ersten Schritte für Studenten und ,,Jungmediziner" in der AM aussehen könnten - über das bloße Studium anthro-medizinischer Sekundärkochbücher hinaus.

Fazit: war gut, müssen wir öfter machen.

Im Anschluss fand bis Sonntag Nachmittag das Seminar II des Diploms ,,Anthroposophische Medizin" der österreichischen Ärztekammer statt. San, PriMax und ich waren natürlich auch dabei, wir wollen diese Zusatzausbildung schließlich bald stolz in unsere Ordinationstafeln gravieren lassen können.

Passivsaufen

Als gestern wieder einmal eine Zigarettenpackung versuchte, mich drastisch auf die Risiken des Rauchens und Passivrauchens hinzuweisen, sprach ich laut aus, was ich mir schon oft dachte: ,,Warum steht das nicht auch auf Flaschen alkoholischer Getränke, das wäre nur konsequent. Pseudogesundheitspolitik." Die Einsprüche folgten pompt: der Biertrinker gefährdet seine Umwelt nicht. Schließlich sprach ein lustiger Lungenprofessor aus Wien einmal sinngemäß: ,,Rauchern zu erlauben, an öffentlichen Orten zu rauchen, heißt, ihnen die Lizenz zum Töten zu geben."
Rauchen schädigt den Körper, Passivrauchen auch. Das sagt mir der gesunde Menschenverstand, dazu brauche ich keine Studien zu lesen. Aber nun zurück zum Thema, und zur These, Alkoholiker (10% der ÖsterreicherInnen!) oder Alkoholisierte gefährden ihre Umwelt nicht. Man sollte dazu einmal die geschundenen Familien von Alkoholikern befragen, oder ihre gefährdeten Arbeitskollegen. Im Straßenverkehr sind Alkoholisierte ja auch nahezu harmlos. Ganz zu schweigen von den alkoholinduzierten Raufereien und Unfällen. Leberzirrhose und alkoholische Enzephalopathie sind diagnostische Raritäten, ebenso selten wie sozialer Absturz und Frühpension. Mich selbst stören lästige oder aggressive Alkoholisierte in Gaststätten nicht weniger als der/die in mein Essen Paffende.
Ich habe mir da ein paar Sprüche für die Flaschen überlegt:
Der Genuß des Inhalts dieser Flasche...
...kann Sie Ihren Arbeitsplatz kosten.
...kann Ihrer Frau ein blaues Auge bescheren.
...kann einem Fußgänger das Leben kosten.
...kann Ihre aktive Lebenerwartung verkürzen.
...kann Ihrem Arbeitskollegen die Hand kosten.
...usw.

Ähnliches gilt auch für die Spielkasinos und Wettbüros, die in letzter Zeit auch in Graz vermehrt zu finden sind. Die Spielsucht ist stark im Ansteigen begriffen. Auch hier könnte man warnende Banner anbringen:
Hier kann der Einsatz Ihres Geldes...
...Sie in den Ruin treiben.
...Sie unter der Brücke schlafen lassen.
...Sie Ihre Familie kosten.
...Sie zum Räuber und Betrüger machen.
...usw.

Angst ist kein geeignetes Mittel um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Erziehung zur Mündigkeit - so hat Adorno eines seiner Bücher betitelt. Ein Mensch muss die nötigen Mittel in die Hand bekommen, das Leben eigenverantwortlich gestalten zu können. Dazu gehören auch Bildung und grundsichernde finanzielle Mittel. Zur Warnung könnte man auf das Bettchen jedes Neugeborenen den Schriftzug anbringen: ,, Die Frustration dieses nach Anerkennung, Sicherheit, Freiheit und Liebe Suchenden kann ihn zum Süchtigen machen."

Kind und Karriere

Sibylle Hamann schreibt in einem Artikel auf dieStandard:
"Was ist das größte Problem für Frauen?", heißt es ständig. Die Antwort lautet: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie." Allein die Diagnose nervt, weil sie Kinder zur Frauensache macht.

Ich mag den dezent polemischen Stil von Frau Hamann, der auch immer wieder im Profil zu genießen ist. Und sie hat Recht. Nur zu ihrer Antithese in dem Artikel, man möge die Kinder zu einer Männersache machen, möchte ich etwas dazustellen.

Kinder sind keine Sache, keine Angelegenheit für Frauen oder Männer. Kinder und deren Wohlergehen sind wohl das Wichtigste, das es gibt. Kinder aufzuziehen, zu versorgen, ihnen Sicherheit und Zukunft zu bieten ist ein Aufgabe für alle Menschen. Ohne Kinder gibt es keine Zukunft, ohne glückliche Kinder keine glückliche Zukunft für die Menschheit. Was soll also dieses entweder oder, er oder sie.

Frau Hamann hat Recht mit der Forderung nach neuen Vätern weit über die Samen- und Geldspende hinaus. In meinem Umfeld sehe ich auch diese Väter spriessen wie meinen Bart vorm Vollmond. Dass Männer auch im 21. Jahrhundert immer noch mehr verdienen als Frauen hat sicherlich etwas mit dem Problem zu tun. Wenn es keine kompatiblen und ausreichenden Betreuungsplätze für die Kinder gibt und so nur ein Partner seinen Beruf ausüben kann, dann ist das logischerweise oft der, der mehr verdient. Das Thema mit der mangelhaften Gleichstellung von Mann und Frau ist ja auch so eines, das es mir schwer macht, die Tasten meiner schönen Apple-Tastatur nicht bis auf die Tischplatte durchzudrücken. Die Sozialpolitik krepiert und man diskutiert noch über die Kanüle für den venösen Zugang und schafft sich vorsorglich Geldsärge aus Stahl von EADS an. Nicht einmal die Medizinunis (freie Wissenschaft!) schaffen es, geschlechtsneutrale Aufnahmetests einzusetzen, oder stören sich die Herrn Professoren am Umstand, dass schon 2 von 3 TurnusärztInnen Frauen sind? Achja, dann müssen sich die Firmen ja auch noch vor den Gebährfähigen schützen...

Immer wieder nehme ich wahr, dass der Begriff Kind mit dem Begriff Problem kontaminiert wird. Problemkind, Scheidungskind, Schlüsselkind, verwahrlostes Kind, aggressives Kind, hyperaktives Kind, verhaltensgestörtes Kind, übergewichtiges Kind, Generation X, usw. Kinder lernen durch Nachahmung, in ihnen reflektiert sich also der Zustand unserer Gesellschaft.

Rudolf Steiner hat einmal vom Krieg gegen die Kinder gesprochen, und das ist sicherlich schon mindestends ein Scharmützel davon. Wir alle waren Kinder und wir werden wieder Kinder sein, vielleicht schon die unserer Urenkel. Niemand muss an Reinkarnation glauben, aber wenigstens einmal so zu tun, als ob es sie gäbe, wäre eine Erweiterung des Blickwinkels auf unsere Verantwortung für die Zukunft.

Sichert das Augartenkino KIZ!

Das Augartenkino KIZ, das jedem grazer Einwohner, der sich für Kulturkino abseits von Hollywood und/oder seichter Massenunterhaltung interessiert, ein Begriff ist, droht geschlossen und durch einen Bürokomplex ersetzt zu werden. Das Kino ist auch Veranstaltungsort für die Diagonale, das österreichische Filmfestival. Auf der Fassade des Gebäudes befindet sich seit 1989 eine Wandmalerei des nicaraguensischen Künstlers Leonel Cerrato Jiron, die geschützes Kulturgut ist.
Die (einstige) Kulturhauptstadt Graz ist also weiterhin drauf und dran die Kulturpolitik gänzlich ins Lächerliche zu ziehen. Zu dem Thema könnte ich mir die Finger wundbloggen, aber zurück zum Wesentlichen.
Auf der Website www.sichertdasaugartenkino.at können sich alle, die gegen die Schließung des Augartenkinos sind, in eine Online-Unterschriftenliste eintragen.
Der Vollständigkeit wegen: Wir hätten ohne das KIZ in Graz nur mehr eine Alternative, das Rechbauerkino. Naja, höchstens vielleicht noch das Geidorf Kunstkino (auch eher Mainstream-Kino).

Medizinische Arbeitsgruppe

Heute am Abend trifft sich wieder unsere medizinische Arbeitsgruppe. Das Thema wird die Hypertonie sein. Danach gibt es dann einen Forumabend zur Methodik der Karmaforschung. Bin gespannt...

Gesundheit von A bis Zink

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins JAMA wird eine dänische Übersichtsstudie (68 Einzelstudien) mit fast einer Viertelmillion Probanden zum Thema 'Antioxidantien und Mortalität' vorgestellt.

Antioxidantien (Betakarotin, Vitamin A, Vitamin E, Vitamin C) im Körper sind gewiss wesentlich für die Gesundheit. Der Schluss jedoch, dass man Menschen heilen oder gesund erhalten kann, indem man ihnen isolierte Antioxidantien mittels Tabletten oder Infusionen einflößt ist so nicht richtig. Hier stimmen die Forschungsergebnisse in vitro und in vivo nicht überein. Die Pharmaindustrie freut sich dennoch - ein Medikament für Gesunde! Und liebende Mütter müssen Vitaminpräparate wenigstens für ihre Kinder kaufen. Ein Zuckerl?

Wir erinnern uns auch die Studie des National Cancer Institute, in der man Rauchern, die ja besonders viel mit freien Radikalen zu kämpfen haben, Betakarotin verabreichte. Diese Studie musste sogar abgebrochen werden nachdem sich herausstellte, dass durch die Behandlung das Lungenkrebsrisiko um 28% anstieg.

Die eingangs erwähnte Studie kommt also zum Ergebnis, das die Einnahme von Betakarotin, Vitamin E und Vitamin A die Sterblichkeitsrate erhöht. Die Wirkung von Vitamin C und Selen konnte nicht eindeutig beurteilt werden. Im günstigsten Fall verschwendet der Käufer solcher Präparate also nur sein Geld.

Was ist aber an der Karotte so viel besser als am in ihr enthaltenen Betakarotin allein? Die in ihr waltende Weisheit kann wohl vorerst vom materialistischen Tunnelblick der Ernährungswissenschaft nicht ergründet werden. Zur Beruhigung: Die Gemüseabteilungen unserer Bioläden sind voll von Obst und Gemüse in hervorragender Demeterqualität. Das Geld für die etwas höheren Preise in dieser Qualitätsstufe ist hier besser angelegt als für Vitaminpillen.

Der Abstract der Studie im Original:
Antioxidants and Mortality
Antioxidants are believed to reduce the risk of several diseases. However, in a previously
published article, Bjelakovic and colleagues reported that antioxidant supplements (with the
potential exception of selenium) had no effect on gastrointestinal cancer and were associ-
ated with an increase in all-cause mortality. In this issue of JAMA, the investigators report
results of a systematic literature review to assess the effects of beta carotene, vitamins A
and E, ascorbic acid (vitamin C), and selenium on all-cause mortality among participants in
primary and secondary disease prevention trials. The authors found that beta carotene, vita-
min A, and vitamin E, taken singly or combined with other antioxidant supplements, were
associated with increased all-cause mortality.

[Quelle: JAMA. 2007;297:842-857.]

Drupal-Modul 'monthly archive' auf deutsch

Leider ist das Archive-Modul beim Umstieg auf Drupal 5.1 aus dessen Systemkern gefallen. Ausreichenden Ersatz habe ich mit dem Modul 'Monthly Archive' gefunden, mit Views wollte ich mich zu diesem Zweck - siehe 'Chronologie' in der rechten Menüspalte - nicht auseinandersetzen.

Das Modul ist erfüllt seinen Zweck gut, nur fehlt die Möglichkeit, die Ausgabe auf deutsch zu bekommen. Deshalb habe ich quick'n'dirty einige Dinge verändert.

Die Änderungen im Detail: (Zeilennummern in Klammern)

(013) - Lokalisierung, deutsche Sprachanpassung eingefügt
(073) - date() durch strftime() ersetzt, da date() die Lokalisierung nicht berücksichtigt, Parameter angepasst
(188) - deutsche Ausgabe für Monatsübersichtsseite, gleiche Änderung wie (073) sowie horizontalen Whitespace eingefügt

Andere Anpassungsmöglichkeiten an die deutsche Sprache (013):
Linux & Mac: setlocale(LC_TIME, 'de_DE'); bzw. setlocale(LC_TIME, 'de_AT');
Win: setlocale(LC_TIME, 'German_Germany'); bzw. setlocale(LC_TIME, 'German_Austria')

UPDATE: Da ich Probleme mit der Zeichenkodierung hatte (das hier Drupal-Template verwendet utf-8, was inkompatibel mit der PHP Standardkodierung ist und zur Ausgabe von 'M?rz' statt 'März' führte) habe ich die Parameter von setlocale() angepasst: setlocale(LC_TIME, 'de_DE.UTF8');

Der veränderte Code ist im Anhang dieses Eintrages herunterzuladen, das Script ist sicherlich nicht schöner geworden. Einfach die Endung '.txt' entfernen und über das Original in modules/month installieren.

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