Mein lieber Co-Blogger San hat mich angerufen und um einen Biertrinktermin angefragt. Und unser Blog darbt, hat er gemeint. Ja, da hat er recht.
Es scheint nicht mehr so leicht zu sein ein Bier trinken zu gehen. Bloggen wohl auch. Die Familie mit den Kindern, die Anstellung als Arzt mit etlichen Nachtdiensten, Fortbildung zum Teil aus Interesse zum Teil zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft, die Selbständigkeit als IT-Dienstleister und das Modelabel. Verantwortung die ich gerne und mit Stolz übernehme. Aber Gründe, Ursachen, Wirkungen? Vieles habe ich mir selbst hingestellt und es ist zu pflegen wenn ich es weiterhin will. Von wegen Fremdbestimmung, Ich kann was ich soll? Es erfüllt mich und ich will mehr. Doch die Band ist aufgegeben, die Projekte tief verstaut, teils angedaut, in der Schublade. Und mehr social network in der virtual cloud als Biertrinken in der Nikotinwolke. Zeit ist kostbar, Angina temporis? Nein, aber wir können Kostbares in unserer Zeit tun, was auch immer das für jeden zu einem Zeitpunkt  bedeuten mag.
Aus göttlicher Sicht bin ich ein Projekt, also kann ich die Mittel des Projektmanagements auch auf mich anwenden. Uns das führt mich zurück zum Bloggen. Bloggen ist ein Feature in der Kultur zu der ich mich zähle. Eine Stimme die ich mir selbst geben kann. It's a feature, not a bug. Features, Attribute können stärken oder stören, also Bugs einschleusen oder eben Besonderheiten hervorbringen. Aus dieser zuletzt eingenommenen Perspektive ergehen nach Analyse folgende Tipps an mich:

  • übermäßige Qualitätsansprüche führen letztlich zur effektiven Untätigkeit
  • vorauseilende Korrekturen sind sinnlos weil der Korrektor fehlt, dieser ist erst durch die virtuelle Öffentlichkeit verfügbar und der stets umsichtige und ausgewogene Artikel verhindert womöglich spannende Diskussionen
  • es geht doch nur darum,  immer wieder einen aktuellen Gedanken in zehn Minuten schriftlich auf den Punkt zu bringen
  • Der größte Zeit- und Kraftverlust liegt in der Inkubationszeit zwischen Idee und Veröffentlichung, die Wirkung liegt in der unmittelbaren Tiefe einer Zeitqualität, nicht in der Breite eines diplomatischen Lesezirkels
  • Blogs werben für die jeweilige Marke, im Privaten also für die Marke Ich, Erfundenes, Gefundenes, mir muss es Gefallen

Danke San für den Anstoss. Einfach schnell tun…